Wie ihr sicher bereits im letzten Bericht gelesen habt, hatten wir eine tolle Zeit in Luang Prabang.
Neben den vielen Cafés, Bars, den Märkten und Geschäften, in denen wir intensiv an der Veröffentlichung unseres Blogs gearbeitet haben,  schauten wir uns natürlich auch ein paar „Must See’s“ und „Must Do’s“ in Luang Prabang und der Umgebung an. Von unseren schönsten Unternehmungen erzählen wir euch in den folgenden Absätzen.

 

Eine Prise Kultur dank Palast, Tempel und Ballett

Direkt an der Hauptstaße befindet sich hinter einen weißen Mauer auf einem großen Gelände mit weitläufigem Garten der königlichen Palast Ho Kham. Dieser wurde zwischen 1904 und 1909 errichtet und dient inzwischen als Nationalmuseum. Leider durften wir innerhalb des Gebäudes keine Fotos machen. In den Räumlichkeiten befanden sich viele Möbel, Bilder und viele Geschenke der umliegenden Länder an die damaligen Herrscher des Landes. Auch der goldene Thron der Herrscher der Lan Xang Periode sowie verschiedene Kronen konnten bestaunt werden. (Die Öffnungszeiten sind täglich zwischen 8.00 – 11.30 und 13.30 – 16.30. Pro Person zahlten wir 30000 Kip.)
Ebenfalls auf dem Gelände befinden sich ein weiter prachtvoller und gern photographierter Tempel (Haw Pha Bang) sowie das Royal Ballet Theater Luang Prabangs. In einer eineinhalb stündigen Vorstellung durften wir Tanz, Musik und bunte Kostüme bestaunen (100.000 Kip pro Person).

Den ältesten Tempel der Stadt, Wat Xieng Thongt, bewunderten wir nur von Außen. Er wurde 1560 erbaut und in den frühen 60er Jahren restauriert und zeichnet sich durch eine typisch nordlaotische Architektur aus.

 

Natur pur, rauschendes Wasser und immergrüne Berge

Um auch Luang Prabangs Umgebung ein wenig zu erkunden, liehen wir uns für einen Tag einen Roller (24 Std. 120.000 Kip) und düsten durch die Gegend. Dabei hatten wir auch ein konkretes Ziel und zwar den Kuang Si Wasserfall, welcher etwa 30 Kilometer von der Stadt entfernt liegt. Die etwa 50-minütige Rollerfahrt war angenehm kurvig, insgesamt gut ausgebaut und zeigte Laos‘ Natur von seiner schönen Seite. Doch Augen auf – mit Schlaglöchern muss man immer rechnen. Es ging leicht auf und ab, entlang an saftiggrünen Bergen, bis wir schließlich in einem bereits auf den Tourismus angepassten Dörfchen ankamen.

Auf dem weitläufigen Gelände des Wasserfalls, befindet sich auch das Tat Kuang Si Rescue Center. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Bären zu pflegen, die aus der Gefangenschaft illegaler Tierhändler gerettet wurden. Neben bereits ausgewachsenen Bären, konnte man auch tabsige Bärenjungen beim Spielen beobachten und sich die vielen traurigen Informationstafeln durchlesen. Die chinesische Volksmedizin schreibt der Bärengalle bzw. Gallenflüssigkeit heilende Kräfte zu. Aus diesem Grund werden auch heute noch unzählige Bären illegal und unter abscheulichen Bedingungen gequält, indem ihre Galle angezapft wird.

Unterhalb des  Wasserfalls  haben sich viele kleinere und größere Plateaus mit Naturpools gebildet, die, bis auf wenige Ausnahmen, zum Schwimmen, Plantschen und Springen einladen. Das Wasser ist erfrischend kühl und erstrahlt in einem schönen grün/blau. Aber nicht nur die Umgebung mit den Pools hat uns super gut gefallen, auch der Wasserfall selbst hat es uns wirklich angetan (und so schnell lasse ich mich inzwischen nicht mehr aus der Reserve locken ;)).
Auf beide Seiten befinden sich etwas versteckt unbefestigte „Wege“, um auf die höchste Stelle des Wasserfalls zu gelangen. Rechts entlang für die Kletteräffchen, links gibt es soger einen kleinen Abschnitt mit Treppe. Wir sind übrigens rechts hoch und links wieder runter. Oben angekommen kann man eine ebenso schöne Aussicht genießen und ein wenig die Gegend erkunden. Unten angekommen empfiehlt sich eine kühle Erfrischung in den Pools und auch für das leibliche Wohl ist Dank eines Restaurants und vieler Picknick-Tische gesorgt.
Wie ihr sicherlich bereits ahnt, empfiehlt sich der Ausflug außerhalb der Stoßzeiten. Die Öffnungszeiten sind zwischen 8 – 17:30h, der Eintritt kostet 20.000 Kip pro Person. Neben einer Rollertour besteht die Möglichkeit, sich einer kleinen Reisegruppe abb Luang Prabang anzuschließen (ca. 40.000 Kip) oder ein TukTuk anzumieten, dessen Preis man dann durch die Anzahl der Mitfahrer teilt. Die Preise schwanken je nach Saison, ihr solltet daher auf jeden Fall Handeln.

 
zwei Museen, die unser Herz berührten

Traditional Arts and Ethnology Center
Das 2007 eröffnete Museum „Traditional Arts and Ethnology“ zeigt in einer kleinen aber feinen Ausstellung die kulturelle Vielseitigkeit laotischer ethnischer Minderheiten. Auf eine sehr informative und teilweise sogar interaktive Weise werden die traditionellen Lebensweisen der jeweiligen Ethniengruppen gezeigt. Entsprechend werden
bespielweise Schmuck, Bekleidung, Handwerk und sogar ein Beispielhaus ausgestellt. Neben einer kleinen Bücherei und einem angrenzenden Café, beinhaltet das Museum auch einen kleinen Shop, in dem wunderschöne handgemachte Accessoires verkauft werden. Mit dem Erlös werden die Arbeiterinnen der jeweiligen Dörfer finanziell unterstützt. Des Weiteren können geführten Touren und ebenfalls Workshops gebucht werden.
(Öffnungszeiten Dienstag bis Sonntag zwischen 9 – 18h, Eintritt 25.000 Kip pro Person.)

UXO Laos Visitor Center
Jonatan und ich hielten uns ca. eine Stunde in den zwei kleinen Räumlichkeiten des UXO Laos Visitor Center auf. Wir lasen betroffen die Schautafeln und betrachteten schockiert die ausgestellten Bomben. Anschließend schauten wir uns in einem der Räume kürzere Filme/Dokumentationen an. Diese waren sehr informativ, zeigten zugleich aber auch trauriges und schockierendes Bildmaterial. Und nun einige knallharte, furchtbare Fakten:
Laos ist das meist bombadierte Land der Welt. Genauer gesagt bombadierte die USA während des Vietnamkriegs zwischen 1964 und 1973 Laos mit mehr als 270 Millionen Bomben, davon hauptsächlich Cluster-Bomben. Schätzungsweise sind 30% dieser Bomben, ca. 80 Millionen, nie detoniert. Das heißt, auch viele Jahre nach dem Krieg, warten unzählige Blindgänger auf ihr nächstes Opfer. Geschätzt 25% des Landes sind kontaminiert. Zwischen 1964 und 2008 starben 70.000 Menschen durch die späteren Explosionen. Noch immer sterben 300 Menschen pro Jahr, davon viele Kinder.
Ist das nicht unfassbar schrecklich?
Die etwa 1000 Mitarbeiter der UXO Laos Organisation haben sich zum Ziel gemacht, die betroffenen Gebiete zu bereinigen. Desweiteren klären sie die Menschen auf und bringen ihnen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Bomben bei. Anders als vermutet liegen die Gefahren nicht nur bei den versteckten und zufällig gefundenen Blindgängern. Diese werden z.B. während der Feldarbeit oder von spielenden Kindern versehentlich gezündet. Viele Menschen machen sich mit Metalldetektoren auf die Suche nach den wertvollen Metallen, aus denen die Bomben hergestellt werden. So kann eine Bombe, dessen Metall in gutem Zustand ist, für viel Geld verkauft werden. Ein Geschäft, welches nicht selten mit dem Leben bezahlt wird.
Ihr könnt euch vielleicht vorstellen, mit welchem Gefühl wir das Museum verließen.
(Das Center kann Montag bis Freitag zwischen 8 – 12h und 13 – 16h kostenlos besichtigt werden, Spenden sind willkommen.)

 
Und was uns noch so zu Ohren (und Augen) gekommen ist…

Natürlich haben wir hier nur einen kleinen Bruchteil der möglichen Unternehmungen aufgelistet. Luang Prabang ist unglaublich vielseitig und läd zu vielen Abenteuern und Beschäftigungen ein. Beispielsweise hörten wir von anderen Reisenden, dass sie viel Spaß bei Kochkursen oder Web-Workshops hatten. Einige unternahmen Bootstouren, schauten sich andere Tanzveranstaltungen an oder machten Mountainbike-Touren. Auch der andere, etwas kleinere Wasserfall (Tad Thong), soll einen Besuch wert sein.
Eine weitere sehr beliebte Unternehmung in Laos und anderen südostasiatischen Ländern, ist das sogenannte Elefantentrekking. WIr lieben Elefanten sehr und wünschen uns bereits seit Wochen eine Begegnung mit ihnen. Wir haben uns schon in Thailand und Myanmar, dann auch in Laos vor Ort infomiert und viel im Internet recherchiert. Am Ende kamen wir zum Ergebnis, dass wir unter den gegenwärtigen sowie vergangenen Voraussetzungen nicht mit ruhigem Gewissen Elefanten begegnen wollen. Vielleicht schreiben wir in Zukunft darüber nochmal einen eigenen Post, so möchten wir jedoch bereits in diesem Artikel alle Reisenden zum Nachdenken und Recherchieren anhalten. Bitte informiert euch intensiv über die jeweiligen Camps und macht euch ein Bild über die Kultur, Haltung und den Umgang mit sanften Dickhäutern.

(P.S.: bitte entschuldigt nach wie vor die miese Qualität der Vorschaubilder, wir sind dran)

 

Welche Unternehmungen sind auf deiner „Must Do“-Liste während deiner Reise in und um Luang Prabang?

 

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4 Comments

  1. Hallo Ihr Beiden. Das Titelbild von den vielen kleinen Wasserfäälen ist wirklich beindruckend. Sieht klasse aus und haben wir uns als Reiseziel mal gemerkt 🙂

    Viele Grüße
    Sandra & Michael

    • Jessica Reply

      Vielen lieben Dank 🙂

      Wir wünschen euch viel Spaß, falls es dorthin geht und falls nicht, dann natürlich ebenso 😉

      Liebe Grüße

      Jessica

  2. Liebe Jessica,

    Schöner Bericht!

    So traurig die Geschichte mit den Bären ist, so imposant finde ich die Fotos des Kuang Si Wasserfalls mit den Naturpools 🙂
    Aber so ist das ja beim Reisen oft: Schöne und weniger schöne Momente wechseln sich ab und liegen manchmal nah zusammen.
    Solange die schönen aber überwiegen, sollte man sich meiner Meinung nach auch den anderen stellen.
    Zum Glück gibt es solche Organisationen. Und ich finde gut, dass du davon schreibst. Tiere müssen einfach so oft Grausames ertragen. Da sollten Blogger ihre Möglichkeiten nutzen, um darauf aufmerksam zu machen und nicht nur „schönzumalen“.

    Liebe Grüße
    Laura

    • Jessica Reply

      Dankeschön für deinen Kommentar, liebe Laura 🙂

      Oh ja, da sprichst du mir aus der Seele, manchmal ist Freund in Leid wirklich nur ein paar Meter oder Minuten voneinander entfernt! Und ich sehe es ganz genauso wie du, dass es wichtig ist, nicht die Augen davor zu verschließen, sondern Menschen darüber zu informieren und ihnen die Wirklichkeit vor Augen zu halten, auch wenn diese nicht immer schön ist.

      Liebe Grüße aus der Ferne und euch alles Gute weiterhin 🙂

      Jessica

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